Sind Schulden immer schlecht?

Ist von Schulden die Rede, verbinden die Menschen dies immer mit etwas Negativem. Das spiegelt sich in vielen Lebensbereichen wider. Möchte man eine Wohnung mieten, wird man gebeten eine Schufa-Auskunft mit abzugeben. So wollen die Vermieter sich von der Zuverlässigkeit der Mietinteressenten überzeugen und das Risiko von Mietausfällen verringern. Auch, wenn man einen Kredit aufnehmen möchte, will die Bank sich im Normalfall absichern und überprüft die Bonität des Interessenten. Schulden können also durchaus negativ sein, trotzdem wird oft verkannt, dass Schulden auch eine positive Seite haben können. Was der Unterschied zwischen positiven und negativen Schulden ist und welche Art Schulden es grundsätzlich gibt, erfährst du in diesem Beitrag.

Die verschiedenen Schuldenarten

Allgemein anerkannt ist, dass sich die Schulden in zwei verschiedene Arten unterscheiden lassen. Auf der einen Seite stehen die Konsumschulden und auf der anderen Seite die sogenannten Investmentschulden. Während die Konsumschulden eher zu den schlechten Schulden gehören, zählen die Investmentschulden zu den guten Schulden.

Die Konsumschulden

Von Konsumschulden kann man stets sprechen, wenn es sich um Schulden handelt, die durch Konsum entstanden sind. Meistens ist es so, dass man sich dann Dinge, wie Fernseher, ein Auto, ein Handy oder eine Spielkonsole mit Hilfe eines Ratenkredits gekauft hat. Dabei ist das Wort kaufen nicht sofort damit in Verbindung zu bringen, dass man Eigentümer dieser Dinge wird. Eigentümer ist nämlich nur der, der die rechtliche Sachherrschaft über die Sache hat. Kauft man sich also eine Sache mit Hilfe des Ratenkredits, gehört die Sache rechtlich gesehen der Bank, bis der Kredit vollständig zurückgezahlt wurde.

Ebenso schafft man sich mit einem Ratenkredit beinahe immer keine guten Werte, denn in den meisten Fällen zahlt man viel zu hohe Zinsen und ein Auto beispielsweise verliert direkt nach dem Kauf stark an Wert. So gewinnt fast immer nur die Bank und der Kunde verliert theoretisch gesehen sein Geld.

Drei einfache Tipps, um sich nicht zu verschulden:

  1. Man sollte sich aktiv mit dem Thema Geld beschäftigen
  2. Nichts mit Hilfe eines Ratenkredits kaufen
  3. Preisvergleiche durchführen, auch wenn sie zeitintensiv sein können

Wie gerät man also in die Falle der Konsumschulden?

Diese Art der Schulden sind gerade deshalb so gefährlich, weil sie in der Gesellschaft heutzutage akzeptiert und als normal empfunden werden. Außerdem neigen die Menschen dazu sich ihre Wünsche schnell zu erfüllen und bestimmte Bedürfnisse schnell zu befriedigen. Kommt ein neues Handy raus, möchte man dieses gleich am liebsten sofort – und das auch, wenn man eigentlich gar kein Kapital dazu zur Verfügung hat. Auch das gewünschte Auto muss sofort her, denn man hat keine Zeit zu sparen bzw. man kann gar nicht darauf verzichten. Die Schwierigkeit besteht also darin auch einmal zu verzichten und sich einzugestehen, dass man für diese Dinge derzeit einfach kein Kapital hat.

Die Investmentschulden

Dem gegenüber stehen die sogenannten Investmentschulden. Diese werden auch als „gute“ Schulden bezeichnet. Investments solche Dinge, die mit der Absicht gekauft werden, Gewinne durch Wiederkäufe oder durch einen guten Cashflow zu erzielen. Dazu gehören Aktien, Fonds und auch Unternehmensbeteiligungen, aber auch etliche Antiquitäten, Immobilien oder Kunst. Immobilien gehören allerdings hauptsächlich dazu, insoweit sie vermietet werden, denn dann generieren sie grundsätzlich einen Cashflow.

Selbstgenutzte Immobilien können zwar auch dazuzählen, aber dann müssen Punkte wie der Kaufpreis, das Entwicklungspotenzial und die Höhe der für den Erhalt aufgebrachten Aufwendungen beachtet werden. Gerade die Aufwendungen müssen vom bereits versteuerten Einkommen gezahlt werden. Wer eine Immobilie besitzt, hat in fast allen Fällen mehr Vorteile. Dies fängt zum Beispiel schon bei den Finanzierungskosten an und hört schließlich wieder bei den Instandhaltungskosten auf. An diesen Kosten können die Vermieter das Finanzamt in einer gewissen Weise „beteiligen“. Kosten für Strom, Heizung und Wasser müssen Vermieter ebenfalls nicht tragen, denn solche Dienstleistungskosten, die rund um die Immobilie anfallen, können von den Steuern abgesetzt werden.

Folgende Güter können zu den Investitionsgütern zählen:

  • Beteiligungen an Unternehmen
  • Antiquitäten und bestimmte Kunst
  • Verschiedene Sammlerobjekte und zum Beispiel Oldtimer
  • Immobilien

Es gilt sich bei diesen Gütern allerdings zu merken, dass einige mehr und andere weniger ertragreich sind. Es gilt sich gut zu informieren und dann klug zu investieren. Wenn man sich vielleicht nicht ganz so gut mit Autos oder Kunst auskennt, sollte man sich also vorher gut in das Thema einlesen oder eher nicht in diesen Bereich investieren.

Wie funktionieren Investmentschulden?

Investmentschulden entstehen in etwas genauso, wie die Konsumschulden. Man leiht sich von einer Bank Geld, um eine Investition zu tätigen. Im ersten Moment sieht das nach einem ebenso schlechten Deal aus. Dabei gibt es einen großen Unterschied zu den Konsumschulden, weil die Investitionsgüter etwas Wert sind und über die Zeit in den besten Fällen noch wertvoller werden. Gerade deswegen können sich die Investoren das Geld zu besseren Konditionen und Bedingungen leihen. Die Zinssätze sind oftmals niedriger, als bei Ratenkrediten für Konsumgüter, da die Bank den jeweiligen Kredit stets über den Vermögenswert absichern kann. Sollte es zu dem Fall kommen, dass man die Kreditrate als Investor nicht mehr zahlen kann, gehört der Bank noch immer das jeweilige Investitionsgut.

Was tun, wenn man verschuldet ist?

Wie man gemerkt haben dürfte, können Schulden sehr schnell entstehen und das auch, wenn man sorgfältig alle Risiken und Chancen gegeneinander abwägt und dann investiert. So kann es vorkommen, dass Mieter einer Immobilie nicht zahlen. In diesen Fällen kann man zwar verschiedene Schritte vornehmen, aber die Einnahmen fehlen trotzdem erst einmal. Aber auch Situationen, in denen der Partner einen verlässt und man die Kreditrate nun alleine stemmen muss, können zu Verschuldungen führen.

In diesen Lebenslagen ist es wichtig, auf die richtige Art und Weise zu reagieren. Wenn man die Faustregel „Nie mehr Geld ausgeben, als man hat“ beherzigt, wird es schwerer in die Schuldenfalle zu geraten.

  1. Verschaffe dir einen Überblick über deine Schulden

Es sollten alle Kontoauszüge durchgegangen werden. Genauso lohnt sich ein Blick auf die Verträge und die dazugehörigen AGBs, damit man weiß, wie schnell man aus einem Vertrag rauskommt. Es ist wichtig sich einen Überblick zu verschaffen, damit man weiß, an welchen Stellen die Schulden entstehen.

  • Ein Konsequentes abbezahlen

Die Schulden sollten jetzt so schnell wie möglich getilgt werden. Genau an dieser Stelle ist es wichtig genügend Selbstdisziplin zu haben. Restaurantbesuche, neue Konsolenspiele oder andere Konsumgüter kann und sollte man sich erst einmal nicht mehr leisten. Es ist also wichtig an jeder Ecke so gut zu sparen, wie es nur geht.

  • Suche dir Hilfe, wenn nichts mehr hilft

Der Alleingang durch die Schulden fällt vielen Menschen schwer und das ist auch verständlich. Handelt es sich um Schulden die sich schon weit über einem Bereich von 10.000,00 Euro befinden, hat man schon beinahe gar keinen Überblick mehr. In diesen Fällen sollte man sich von seinem Stolz und seinem Schamgefühl befreien und sich Hilfe suchen. Ein Schuldnerberater geht gemeinsam mit den Schuldnern die Schulden durch, fertigt eine Aufstellung an und hilft den Schuldnern dabei Schritt für Schritt aus den Schulden zu kommen. In extremen Fällen sollte man sich bewusst machen, dass dies ein sehr langwieriger Prozess sein kann und dass man nicht von heute auf morgen schuldenfrei sein wird.

Fazit

Hörst du, dass eine Person dir gegenüber angibt, dass sie Schulden hat, gilt es zwischen den guten und den schlechten Schulden zu differenzieren. Während die schlechten Schulden es an sich haben, dass man sich Sachen mit geliehenem Geld gekauft hat, die auch noch an Wert verlieren, haben die guten Schulden bzw. die Investmentschulden an sich, dass die gekauften Gegenstände einen gewissen Wert haben, bzw. noch weiter an weiter an Wert gewinnen. Außerdem ist es den Investoren möglich bessere Konditionen für den notwendigen Kredit von der Bank zu erhalten, denn die Bank kann sich den Kredit über den Wert des Investitionsgegenstandes einfach absichern. Um nicht in die Schuldenfalle zu geraten, gilt es sich zu merken, dass man niemals mehr Geld ausgeben sollte, als einem überhaupt zur Verfügung steht – auch dann nicht, wenn man die Sache unbedingt haben möchte. Man muss viel Selbstdisziplin an den Tag legen.

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